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Die Schlummerbibliothek

Schlaf im Alter: Was normal ist und was nicht mehr

Mit den Jahren verändert sich der Schlaf. Was dazugehört, warum Schlaftabletten im Alter heikel sind und was nachweislich hilft, besser zu schlafen.

Aktualisiert am 29.10.2026

Sie werden abends früher müde als früher, wachen nachts mehrmals auf und sind morgens schon vor Sonnenaufgang wach? Das heißt nicht unbedingt, dass mit Ihrem Schlaf etwas nicht stimmt. Der Schlaf verändert sich mit dem Alter bei jedem Menschen – es ist nur gut zu wissen, was dazugehört und was nicht mehr.

Wie sich der Schlaf mit dem Alter verändert

Eine große Übersichtsstudie hat Messungen aus dem Schlaflabor von mehr als dreieinhalbtausend gesunden Menschen zwischen 5 und 102 Jahren verglichen. Sie zeigte einen klaren Trend: Im Erwachsenenalter nimmt der Tiefschlaf mit den Jahren ab, und leichter Schlaf sowie wache Phasen in der Nacht nehmen zu.

Fachübersichten beschreiben die typischen Veränderungen so:

Interessant ist: Die meisten dieser Veränderungen passieren schon zwischen dem jungen und dem mittleren Erwachsenenalter. Bei gesunden älteren Menschen ändert sich der Schlaf danach nur noch wenig.

Warum kommt die Müdigkeit abends früher? Die innere Uhr des Körpers verschiebt sich mit dem Alter nach vorn. Deshalb werden ältere Menschen abends früher müde und wachen morgens früh auf – das ist natürlich.

Wie viel Schlaf ältere Menschen brauchen

Die verbreitete Vorstellung, im Alter reiche viel weniger Schlaf, stimmt nur zum Teil. Die US-amerikanische National Sleep Foundation empfiehlt Menschen über 65 Jahren 7–8 Stunden Schlaf (jüngeren Erwachsenen 7–9 Stunden). Es ändert sich also eher, wie der Schlaf zusammengesetzt ist und wann er kommt, als wie viel wir davon brauchen.

Wenn es nicht mehr nur am Alter liegt

Wichtig ist, normale Veränderungen von einer Schlafstörung zu unterscheiden, die auch tagsüber belastet. Laut einer Fachübersicht erfüllen etwa 5 % der älteren Menschen die Kriterien einer behandlungsbedürftigen Schlaflosigkeit, während etwa jeder Fünfte eine Schlafapnoe hat (Atemaussetzer im Schlaf).

Achtung: Bei älteren Menschen kann eine Schlafapnoe auch ohne die „typischen“ Zeichen wie Übergewicht oder lautes Schnarchen auftreten. Deshalb sollte man an sie denken.

Auch Schmerzen stören den Schlaf. In einer großen Studie hatten Menschen über 50 mit Schmerzen in Gelenken und Muskeln ein höheres Risiko, innerhalb von drei Jahren eine Schlaflosigkeit zu entwickeln – und ein großer Teil davon erklärte sich dadurch, dass sie sich weniger bewegten und seltener unter Menschen gingen.

Schlafmittel – warum Vorsicht geboten ist

Eine Schlaftablette kann wie die einfachste Lösung wirken. Bei älteren Menschen raten Fachleute aber zu großer Vorsicht.

Die American Geriatrics Society empfiehlt Menschen über 65, gängige Schlafmittel aus mehreren Gruppen zu meiden. Der Grund ist ein höheres Risiko für Verwirrtheit, Stürze, Knochenbrüche und Verkehrsunfälle, bei manchen auch für Abhängigkeit. Außerdem verbessern sie das Einschlafen und die Schlafdauer nur wenig.

Eine Auswertung von 24 Studien mit Menschen über 60 belegt das mit Zahlen: Die Mittel verlängerten den Schlaf im Schnitt nur um 25 Minuten, aber Denkstörungen traten fast fünfmal und Tagesmüdigkeit fast viermal so oft auf wie unter Placebo.

Wenn Sie Schlafmittel nehmen, setzen Sie sie nicht auf eigene Faust ab – sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt. Auch beim Absetzen helfen Methoden ohne Medikamente.

Was nachweislich hilft

Zum ruhigen Abend kann auch etwas Angenehmes gehören, etwa gedämpftes Licht und eine ruhige Stimme. Wenn Ihnen das liegt, hören Sie dazu eine unserer Gute-Nacht-Geschichten – nicht als Medizin, sondern als schönes Abendritual.

Wann zum Arzt

  • Die Schlaflosigkeit belastet Sie seit Längerem auch tagsüber.
  • Andere haben Atemaussetzer im Schlaf bemerkt, Sie schnarchen laut oder sind tagsüber ungewöhnlich schläfrig – auch ohne Übergewicht kann eine Schlafapnoe dahinterstecken.
  • Schmerzen stören Ihren Schlaf.
  • Sie schlafen tagsüber immer länger.
  • Sie nehmen Schlafmittel und möchten sie reduzieren.

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