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Die Schlummerbibliothek

Die Beshiner Wiese

Iwan Turgenjew · 66 Min.

Band 3 · Gute Nacht · Slawischer Osten

Iwan Turgenjew hat diese Erzählung im Jahr achtzehnhunderteinundfünfzig veröffentlicht und später in sein Buch Aufzeichnungen eines Jägers aufgenommen. Sie führt in die Gegend um Tula, wo er selbst oft auf die Jagd ging. Ein Jäger verirrt sich an einem Sommerabend. Mitten in der Nacht kommt er an ein Feuer, an dem fünf Dorfjungen die Pferde hüten. Er legt sich etwas abseits hin und hört zu, wie sie sich leise von Hausgeistern, Nixen und Wassermännern erzählen. Über der Wiese zieht derweil eine warme Nacht voller Sterne dahin.

Kapitel

  1. Einleitung
  2. Die Beshiner Wiese
  3. Die Julijagd und der verlorene Weg
  4. Der dunkle Hügel über der Ebene
  5. Nachtfeuer und Dorfkinder
  6. Fünf Jungen am Feuer
  7. Der Hausgeist in der alten Papiermühle
  8. Der Zimmermann Gawrila und die Stimme im Wald
  9. Ein Laut in der Nacht und der verwunschene Damm
  10. Die Hunde jagen in die Dunkelheit
  11. Der Totensamstag an der Kirche
  12. Das Zeichen am Himmel und Trischka
  13. Schreie über dem nächtlichen Fluss
  14. Der Waldgeist und Gottes Sternlein
  15. Erinnerung an den ertrunkenen Wasja
  16. Mond, Sterne und das erste Morgengrauen
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Die Beshiner Wiese

Es war ein herrlicher Julitag. Solche Tage gibt es nur, wenn das Wetter lange beständig ist. Schon vom frühen Morgen an ist der Himmel klar. Das Morgenrot lodert nicht wie ein Brand, der Himmel färbt sich nur sanft rosa. Die Sonne ist nicht feurig und glühend wie in großer Dürre, auch nicht trüb und dunkelrot wie vor einem Gewitter. Sie ist hell und freundlich. Ruhig steigt sie unter einer schmalen, langen Wolke hervor, strahlt frisch auf und taucht wieder in deren lila Dunst. Der obere, dünne Rand der Wolke funkelt wie Silber … Dann strömen die Strahlen wieder hervor, und fröhlich und majestätisch steigt das mächtige Gestirn empor, als flöge es. Gegen Mittag erscheinen gewöhnlich viele runde, hohe Wolken. Sie sind goldgrau und haben zarte weiße Ränder. Sie bewegen sich kaum von der Stelle, wie Inseln in einem breiten blauen Fluss. Weiter zum Horizont hin rücken sie zusammen, und das Blau zwischen ihnen ist nicht mehr zu sehen. Doch sie selbst sind so hell wie der Himmel, ganz von Licht und Wärme durchdrungen. Der Horizont hat den ganzen Tag dieselbe leichte, blasslila Farbe. Nirgends wird es dunkel, nirgends braut sich ein Gewitter zusammen. Nur hier und da hängen bläuliche Streifen von oben herab. Dort fällt ein kaum sichtbarer Regen. Gegen Abend verschwinden die Wolken. Die letzten sind dunkel und unbestimmt wie Rauch. Sie legen sich in rosa Bäuschen gegenüber der sinkenden Sonne nieder. Die Sonne geht so ruhig unter, wie sie aufgegangen ist. Dort, wo sie untergegangen ist, steht noch eine kurze Weile ein roter Schein über der dunkel gewordenen Erde. Darin leuchtet der Abendstern auf und blinkt leise, wie eine Kerze, die jemand vorsichtig trägt. An solchen Tagen sind alle Farben weich, hell, aber nicht grell. Alles wirkt still und sanft. Manchmal ist es sehr heiß, und über den Feldern flimmert die Luft. Doch der Wind vertreibt die Hitze. Hohe weiße Staubwirbel wandern über die Wege zwischen den Feldern, und das ist ein sicheres Zeichen, dass das schöne Wetter bleibt. In der trockenen, klaren Luft riecht es nach Wermut, gemähtem Roggen und Buchweizen. Selbst eine Stunde vor Einbruch der Nacht spürt man keine Feuchtigkeit. Solches Wetter wünscht sich jeder Bauer, wenn er das Korn einbringt …

Die Julijagd und der verlorene Weg

An genau so einem Tag jagte ich einmal Birkhühner in unserer Gegend bei Tula. Ich hatte ziemlich viel Wild aufgestöbert und geschossen. Die volle Jagdtasche schnitt mir schmerzhaft in die Schulter. Das Abendrot erlosch schon. Die Luft war noch hell, aber kalte Schatten begannen sich in ihr auszubreiten. Erst da entschloss ich mich, nach Hause zu gehen. Mit schnellen Schritten durchquerte ich einen langen Streifen Gebüsch und stieg auf einen Hügel. Ich erwartete die vertraute Ebene mit dem Eichenwäldchen rechts und der niedrigen weißen Kirche in der Ferne. Stattdessen sah ich eine ganz andere Gegend, die ich nicht kannte. Zu meinen Füßen zog sich ein schmales Tal hin. Genau gegenüber erhob sich wie eine steile Wand ein dichter Espenwald. Ich blieb verwirrt stehen und sah mich um … „Nanu“, dachte ich, „da bin ich ja ganz woanders herausgekommen. Ich bin zu weit nach rechts geraten.“ Ich wunderte mich selbst über meinen Fehler und stieg rasch den Hügel hinab. Sofort umfing mich eine unangenehme, unbewegte Feuchtigkeit, als wäre ich in einen Keller getreten. Auf dem Grund des Tals wuchs dichtes, hohes Gras. Es war ganz nass und lag weiß da wie ein glattes Tischtuch. Darüber zu gehen war mir irgendwie unheimlich. So schnell ich konnte, kletterte ich auf der anderen Seite hinauf und ging am Espenwald entlang, immer etwas nach links. Über seinen eingeschlafenen Wipfeln flogen schon Fledermäuse und kreisten geheimnisvoll am blassen Himmel. Hoch oben flog ein verspäteter kleiner Habicht schnell und gerade vorbei und eilte zu seinem Nest. „Sobald ich dort an die Waldecke komme“, dachte ich, „ist gleich der Weg da. Aber ich habe einen Umweg von gut einem Kilometer gemacht!“

Endlich erreichte ich die Waldecke, aber dort war kein Weg. Vor mir breitete sich weit und breit niedriges, wildes Gebüsch aus. Dahinter, sehr weit weg, sah man ein leeres Feld. Wieder blieb ich stehen. „Was ist denn das für ein Spuk? … Wo bin ich überhaupt?“ Ich versuchte mich zu erinnern, wo ich den Tag über gegangen war … „Ach, das ist ja das große Gebüsch hinter dem Dorf!“, rief ich schließlich. „Genau! Und das dort muss das Wäldchen beim Nachbardorf sein … Aber wie bin ich nur hierhergekommen? So weit? … Seltsam! Jetzt muss ich wieder nach rechts.“

Ich ging also nach rechts, durch das Gebüsch. Inzwischen kam die Nacht näher und wuchs wie eine Gewitterwolke. Es schien, als stiege die Dunkelheit mit dem Abenddunst von überall auf und ströme sogar von oben herab. Ich stieß auf einen kaum begangenen, zugewachsenen Pfad und folgte ihm. Aufmerksam blickte ich nach vorn. Alles ringsum wurde schnell schwarz und still, nur die Wachteln riefen ab und zu. Ein kleiner Nachtvogel flog lautlos und tief auf seinen weichen Flügeln heran. Er stieß fast mit mir zusammen und wich erschrocken zur Seite aus. Ich trat aus dem Gebüsch und ging langsam am Feldrand entlang. Ferne Dinge konnte ich kaum noch erkennen. Das Feld schimmerte undeutlich weiß um mich herum. Dahinter türmte sich die düstere Finsternis in riesigen Schwaden auf und rückte mit jedem Augenblick näher. Meine Schritte klangen dumpf in der erstarrenden Luft. Der blass gewordene Himmel wurde wieder blau, doch das war schon das Blau der Nacht. Die ersten Sternchen blinkten auf und zitterten.

Der dunkle Hügel über der Ebene

Was ich für ein Wäldchen gehalten hatte, war in Wirklichkeit ein dunkler, runder Hügel. „Wo bin ich nur?“, sagte ich wieder laut und blieb zum dritten Mal stehen. Fragend sah ich meine Hündin Dianka an. Sie war eine englische Jagdhündin, gelb gescheckt, und ganz gewiss das klügste Tier auf vier Beinen. Doch das klügste Tier auf vier Beinen wedelte nur mit dem Schwänzchen, blinzelte müde und gab mir keinen brauchbaren Rat. Ich schämte mich vor ihr. Verzweifelt stürmte ich vorwärts, als wüsste ich plötzlich, wohin ich gehen musste. Ich ging um den Hügel herum und fand mich in einer flachen Senke wieder. Ringsum war gepflügtes Feld. Sofort überkam mich ein seltsames Gefühl. Die Senke sah fast aus wie ein großer Kessel mit sanften Wänden. Auf ihrem Grund standen aufrecht mehrere große weiße Steine. Es sah aus, als hätten sie sich dort zu einer geheimen Beratung versammelt. Es war dort totenstill, und der Himmel hing so tief und traurig über der Senke, dass sich mir das Herz zusammenzog. Zwischen den Steinen piepste schwach und kläglich ein kleines Tier. Ich kehrte schnell auf den Hügel zurück. Bis dahin hatte ich noch gehofft, den Weg nach Hause zu finden. Jetzt aber wusste ich sicher, dass ich mich völlig verirrt hatte. Ich versuchte nicht mehr, die Gegend zu erkennen, die fast ganz im Dunkel versunken war. Ich ging einfach geradeaus, nach den Sternen, aufs Geratewohl … Etwa eine halbe Stunde ging ich so und konnte die Füße kaum noch heben. Mir schien, ich sei noch nie in einer so leeren Gegend gewesen. Nirgends flackerte ein Licht, nirgends war ein Laut zu hören. Ein sanfter Hügel folgte dem anderen, und Felder zogen sich endlos hinter Feldern hin. Büsche schienen plötzlich direkt vor meiner Nase aus der Erde zu wachsen. Ich ging immer weiter und wollte mich schon irgendwo bis zum Morgen hinlegen. Da stand ich plötzlich über einem furchtbaren Abgrund.

Schnell zog ich den Fuß zurück, den ich schon zum Schritt gehoben hatte. Durch die Dämmerung der Nacht sah ich tief unter mir eine riesige Ebene. Ein breiter Fluss zog in einem weiten Bogen um sie herum, von mir fort. Nur ein stahlgrauer Schimmer, der hier und da matt auf dem Wasser aufblinkte, verriet seinen Lauf. Der Hügel, auf dem ich stand, fiel plötzlich fast senkrecht ab. Sein riesiger schwarzer Umriss hob sich vom bläulichen Himmel ab. Direkt unter mir, im Winkel zwischen Steilhang und Ebene, stand der Fluss wie ein unbewegter, dunkler Spiegel. Dort, ganz unten am Hang, brannten dicht nebeneinander zwei kleine Feuer und rauchten. Um sie herum bewegten sich Menschen, Schatten schwankten, und manchmal leuchtete die vordere Hälfte eines kleinen lockigen Kopfes hell auf …

Endlich erkannte ich, wohin ich geraten war. Diese Wiese ist bei uns in der Gegend bekannt und heißt Beshiner Wiese … An Heimkehr war aber nicht zu denken, schon gar nicht bei Nacht. Die Beine knickten mir vor Müdigkeit ein. Ich beschloss, zu den Feuern zu gehen und dort das Morgengrauen abzuwarten. Ich dachte, dort säßen Viehtreiber. Ich kam heil unten an. Doch ich hatte den letzten Zweig, an dem ich mich festhielt, noch nicht losgelassen, da stürzten sich zwei große, weiße, zottige Hunde mit bösem Gebell auf mich. Um die Feuer erklangen helle Kinderstimmen, und zwei oder drei Jungen sprangen schnell vom Boden auf. Sie riefen, wer da sei, und ich antwortete. Sie liefen zu mir her und riefen sofort die Hunde zurück. Die waren vor allem über meine Dianka verblüfft. Dann ging ich zu ihnen.

Nachtfeuer und Dorfkinder

Ich hatte mich geirrt, als ich die Leute an den Feuern für Viehtreiber hielt. Es waren einfach Bauernkinder aus den umliegenden Dörfern, die eine Herde Pferde hüteten. In der heißen Sommerzeit treibt man bei uns die Pferde nachts zum Weiden aufs Feld. Am Tag würden ihnen die Fliegen und Bremsen keine Ruhe lassen. Die Herde vor dem Abend hinauszutreiben und im Morgenrot heimzuholen, ist für die Dorfjungen ein großes Fest. Ohne Mützen, in alten Schafpelzen, sitzen sie auf den lebhaftesten Pferdchen und jagen mit fröhlichem Johlen und Geschrei dahin. Sie schlenkern mit Armen und Beinen, hüpfen hoch und lachen hell. Leichter Staub steigt wie eine gelbe Säule auf und zieht über den Weg. Weithin hallt das Getrappel, und die Pferde laufen mit gespitzten Ohren. Allen voran galoppiert irgendein zottiges rotbraunes Pferd, den Schweif hoch erhoben, mit Kletten in der verfilzten Mähne.

Ich sagte den Jungen, dass ich mich verirrt hatte, und setzte mich zu ihnen. Sie fragten, woher ich käme, schwiegen eine Weile und rückten zur Seite. Wir redeten ein wenig. Ich legte mich unter einen abgefressenen Strauch und sah mich um. Es war ein wunderbares Bild. Um die Feuer zitterte ein runder, rötlicher Schein und verlor sich am Rand in der Dunkelheit. Wenn die Flamme aufloderte, warf sie manchmal schnelle Lichtblitze über diesen Kreis hinaus. Eine dünne Lichtzunge leckt an den kahlen Weidenruten und verschwindet sofort wieder. Dann wieder huschten lange, spitze Schatten für einen Augenblick herein und liefen bis an die Feuer heran. Die Dunkelheit kämpfte mit dem Licht. Manchmal brannte die Flamme schwächer, und der Lichtkreis wurde enger. Dann tauchte aus der Finsternis plötzlich ein Pferdekopf auf, braun mit einer weißen Blesse oder ganz weiß. Er sah uns aufmerksam und etwas stumpf an und kaute flink an langem Gras. Wenn er sich wieder senkte, verschwand er sofort. Man hörte nur, wie das Pferd weiterkaute und schnaubte. Aus dem Hellen sieht man schlecht, was im Dunkeln vor sich geht. Darum schien alles in der Nähe wie hinter einem fast schwarzen Vorhang. Weiter zum Horizont aber zeichneten sich undeutlich Hügel und Wälder als lange, dunkle Flecken ab. Der dunkle, klare Himmel stand feierlich und unermesslich hoch über uns, voll geheimnisvoller Pracht. Einem wurde süß und beklommen ums Herz, wenn man diesen besonderen, frischen Duft einatmete, den Duft einer russischen Sommernacht. Ringsum war fast kein Laut zu hören … Nur ab und zu klatschte im nahen Fluss laut ein großer Fisch. Das Schilf am Ufer raschelte schwach, wenn eine kleine Welle hineinlief … Nur die Feuer knisterten leise.

Die Jungen saßen um die Feuer herum. Dort saßen auch die zwei Hunde, die mich vorhin so gern gefressen hätten. Noch lange konnten sie sich nicht damit abfinden, dass ich da war. Sie blinzelten schläfrig, schielten ins Feuer und knurrten ab und zu mit großer Würde. Erst knurrten sie, dann winselten sie leise, als bedauerten sie, dass sie mich nicht beißen durften. Es waren fünf Jungen: Fedja, Pawel, Iljuscha, Kostja und Wanja. Ihre Namen erfuhr ich aus ihren Gesprächen. Ich möchte Sie gleich mit ihnen bekannt machen.

Fünf Jungen am Feuer

Den ersten und ältesten, Fedja, hätte man auf etwa vierzehn Jahre geschätzt. Er war ein schlanker Junge mit hübschen, feinen, etwas kleinen Gesichtszügen. Er hatte lockiges blondes Haar, helle Augen und lächelte ständig, halb fröhlich, halb zerstreut. Allem Anschein nach stammte er aus einer reichen Familie. Er war nicht aus Not mit aufs Feld geritten, sondern nur so, zum Spaß. Er trug ein buntes Baumwollhemd mit gelbem Saum. Ein kleiner neuer Bauernkittel hing ihm lose über den schmalen Schultern und hielt sich kaum darauf. An einem blauen Gürtel hing ein Kamm. Seine Stiefel mit niedrigem Schaft gehörten wirklich ihm und nicht dem Vater. Der zweite Junge, Pawel, hatte zerzaustes schwarzes Haar und graue Augen. Er hatte breite Backenknochen, ein blasses Gesicht mit Pockennarben und einen großen, aber wohlgeformten Mund. Sein Kopf war riesig, wie ein Bierkessel, sagt man, und sein Körper gedrungen und plump. Hübsch war der Bursche nicht, das muss man zugeben, und doch gefiel er mir. Er hatte einen sehr klugen, geraden Blick, und in seiner Stimme lag Kraft. Mit seiner Kleidung konnte er nicht prahlen. Er hatte nur ein einfaches Leinenhemd und geflickte Hosen an. Das Gesicht des dritten, Iljuscha, war ziemlich unscheinbar. Es war lang, mit einer Hakennase, und es lag eine dumpfe, kränkliche Sorge darin. Iljuscha sah schlecht. Seine zusammengepressten Lippen bewegten sich nicht, und die Brauen blieben zusammengezogen, als blinzle er immerzu ins Feuer. Sein gelbes, fast weißes Haar stand in spitzen Strähnen unter einer niedrigen Filzmütze hervor. Die zog er sich immer wieder mit beiden Händen über die Ohren. Er trug neue Schuhe aus geflochtenem Bast, und die Füße waren in Stoff gewickelt. Ein dicker Strick, dreimal um die Taille gewunden, hielt seinen ordentlichen schwarzen Kittel fest zusammen. Er und Pawel sahen nicht älter als zwölf Jahre aus. Der vierte, Kostja, war ein Junge von etwa zehn Jahren. Er weckte meine Neugier mit seinem nachdenklichen und traurigen Blick. Sein Gesicht war klein, mager und voller Sommersprossen, nach unten spitz wie bei einem Eichhörnchen. Die Lippen konnte man kaum erkennen. Einen seltsamen Eindruck aber machten seine großen schwarzen Augen, die feucht glänzten. Sie schienen etwas sagen zu wollen, wofür es in der Sprache keine Worte gab, zumindest nicht in seiner. Er war klein, schmächtig und recht ärmlich gekleidet. Den letzten, Wanja, hatte ich zuerst gar nicht bemerkt. Er lag auf der Erde, ganz still unter einer eckigen Bastmatte zusammengerollt. Nur ab und zu streckte er seinen hellbraunen Lockenkopf darunter hervor. Dieser Junge war erst etwa sieben Jahre alt.

Ich lag also abseits unter dem Strauch und betrachtete die Jungen. Über einem der Feuer hing ein kleiner Kessel, darin kochten Kartoffeln. Pawel passte darauf auf. Er kniete und stocherte mit einem Holzspan im Wasser, das gerade zu kochen begann. Fedja lag auf den Ellbogen gestützt und hatte die Schöße seines Kittels ausgebreitet. Iljuscha saß neben Kostja und blinzelte noch immer angestrengt. Kostja ließ den Kopf ein wenig hängen und blickte irgendwohin in die Ferne. Wanja rührte sich nicht unter seiner Matte. Ich tat, als schliefe ich. Nach und nach kamen die Jungen wieder ins Gespräch.

Der Hausgeist in der alten Papiermühle

Zuerst plauderten sie über dies und das, über die Arbeit am nächsten Tag und über die Pferde. Doch plötzlich wandte sich Fedja an Iljuscha und fragte ihn, als nähme er ein unterbrochenes Gespräch wieder auf:

„Na, und hast du den Hausgeist wirklich gesehen?“

„Nein, gesehen hab ich ihn nicht, den kann man ja gar nicht sehen“, antwortete Iljuscha mit heiserer, schwacher Stimme, die genau zu seinem Gesicht passte. „Aber gehört hab ich ihn … Und nicht nur ich.“

„Und wo wohnt er bei euch?“, fragte Pawel.

„In der alten Papiermühle, in der großen Werkhalle.“

„Geht ihr denn in die Fabrik?“

„Na klar gehen wir. Ich und mein Bruder Awdej, wir arbeiten dort als Gehilfen.“

„Sieh mal an, Fabrikleute! …“

„Na, und wie hast du ihn gehört?“, fragte Fedja.

„Na so. Wir waren da so zehn Jungen, die ganze Schicht. Ich, mein Bruder Awdej, Fjodor, drei Jungen, die alle Iwan heißen, und noch andere. Und wir mussten in der Mühle übernachten. Das heißt, nicht dass wir mussten, aber der Aufseher Nasarow hat es uns verboten, heimzugehen. Er sagt: ‚Was wollt ihr euch, Jungs, nach Hause schleppen? Morgen gibt es viel Arbeit, also geht nicht heim, Jungs.‘ Also sind wir geblieben und liegen alle zusammen. Und Awdej fängt an: Jungs, was ist, wenn der Hausgeist kommt? … Und kaum hat Awdej das gesagt, da geht plötzlich jemand über unseren Köpfen herum. Wir lagen unten, und er ging oben, beim Wasserrad. Wir hören, wie er geht. Die Bretter biegen sich unter ihm und knarren nur so. Jetzt ist er über unsere Köpfe gegangen. Und auf einmal rauscht das Wasser aufs Rad, rauscht und rauscht. Das Rad klappert und klappert und dreht sich. Aber die Schleusen, die das Wasser hereinlassen, sind doch zu. Wir wundern uns, wer sie hochgezogen hat, dass das Wasser fließt. Das Rad hat sich eine Weile gedreht und gedreht, und dann ist es stehen geblieben. Und der da ist wieder zur Tür oben gegangen und hat angefangen, die Treppe herunterzusteigen. Er ging langsam, als hätte er keine Eile. Die Stufen stöhnen richtig unter ihm … Er ist an unsere Tür gekommen, hat gewartet und gewartet, und plötzlich ist die Tür sperrangelweit aufgegangen. Wir sind aufgefahren, schauen, und nichts … Auf einmal schauen wir: An einer großen Wasserbütte bewegt sich das Sieb für das Papier. Es hebt sich, taucht ein, geht so in der Luft hin und her, als würde jemand damit spülen, und dann wieder an seinen Platz. Dann ist an der anderen Bütte ein Haken vom Nagel gegangen und wieder an den Nagel. Dann ist es, als ginge jemand zur Tür. Und plötzlich hustet er los, krächzt wie ein Schaf, und so laut … Wir sind alle auf einen Haufen gefallen und einer unter den anderen gekrochen … Was haben wir uns da gefürchtet!“

„Sieh mal an!“, sagte Pawel. „Und warum hat er gehustet?“

„Weiß ich nicht. Vielleicht von der Feuchtigkeit.“

Alle schwiegen eine Weile.

„Na“, fragte Fedja, „sind die Kartoffeln gar?“

Pawel befühlte sie.

„Nein, noch roh … Horch, da hat es geplätschert“, sagte er und wandte das Gesicht zum Fluss. „Das ist bestimmt ein Hecht … Und dort fällt eine Sternschnuppe.“

Der Zimmermann Gawrila und die Stimme im Wald

„Nein, Jungs, ich erzähl euch was“, fing Kostja mit dünnem Stimmchen an. „Hört mal, was mein Vater neulich erzählt hat, als ich dabei war.“

„Na, wir hören zu“, sagte Fedja ein wenig herablassend.

„Ihr kennt doch Gawrila, den Zimmermann aus unserem Dorf?“

„Na ja, kennen wir.“

„Und wisst ihr, warum er immer so traurig ist und immer schweigt? Wisst ihr das? Darum ist er so traurig. Er ist einmal, hat Vater gesagt, er ist, Jungs, in den Wald gegangen, Nüsse sammeln. Er ist also in den Wald gegangen, Nüsse sammeln, und hat sich verlaufen. Er ist Gott weiß wohin geraten. Er ist gelaufen und gelaufen, Jungs, und nichts! Er findet den Weg nicht, und draußen ist schon Nacht. Da hat er sich unter einen Baum gesetzt und gedacht, er wartet bis zum Morgen. Er hat sich hingesetzt und ist eingenickt. Und wie er so eingenickt ist, hört er plötzlich, dass ihn jemand ruft. Er schaut, und niemand ist da. Er nickt wieder ein, und wieder ruft es. Wieder schaut er und schaut, und da sitzt vor ihm auf einem Ast eine Nixe. Sie schaukelt, ruft ihn zu sich und lacht sich halb tot … Und der Mond scheint so hell, so klar scheint der Mond, dass man alles sieht, Jungs. Sie ruft ihn also, und sie ist ganz hell und weiß, wie sie da auf dem Ast sitzt, wie ein kleiner silberner Fisch … Der Zimmermann Gawrila ist ganz starr geworden, Jungs. Und sie lacht und lacht und winkt ihn immer mit der Hand zu sich. Gawrila war schon aufgestanden, er hätte schon auf die Nixe gehört, Jungs. Aber der Herrgott muss ihm einen Wink gegeben haben, und er hat sich doch noch bekreuzigt … Und wie schwer ihm das Kreuzzeichen gefallen ist, Jungs! Er sagt, die Hand war wie aus Stein, sie wollte sich nicht rühren … Na so was! … Und wie er sich bekreuzigt hat, Jungs, da hat die Nixe aufgehört zu lachen und plötzlich zu weinen angefangen … Sie weint, Jungs, wischt sich die Augen mit den Haaren, und die Haare sind grün wie Hanf. Gawrila hat sie angeschaut und angeschaut und sie dann gefragt: ‚Warum weinst du, du Waldwesen?‘ Und die Nixe sagt zu ihm: ‚Hättest du dich nicht bekreuzigt, Menschenkind, dann hättest du mit mir fröhlich gelebt bis ans Ende deiner Tage. Ich weine und gräme mich, weil du dich bekreuzigt hast. Und ich werde mich nicht allein grämen. Gräme auch du dich bis ans Ende deiner Tage.‘ Da ist sie verschwunden, Jungs. Und Gawrila hat sofort gewusst, wie er aus dem Wald herauskommt … Aber seitdem läuft er immer traurig herum.“

„Na so was!“, sagte Fedja nach kurzem Schweigen. „Wie kann denn so ein Waldgespenst einer Christenseele schaden? Er hat doch nicht auf sie gehört!“

„Tja, siehst du, kann es eben doch!“, sagte Kostja. „Und Gawrila hat erzählt, sie hätte so ein dünnes, klägliches Stimmchen gehabt, wie eine Kröte.“

„Hat dein Vater das selbst erzählt?“, fragte Fedja weiter.

„Ja, er selbst. Ich lag oben auf dem Ofen und hab alles gehört.“

„Komische Sache! Warum soll er denn traurig sein? … Er hat ihr wohl gefallen, wenn sie ihn gerufen hat.“

„Ja, gefallen!“, fiel Iljuscha ein. „Von wegen! Zu Tode kitzeln wollte sie ihn, das wollte sie. Das machen sie so, die Nixen.“

„Hier müsste es doch auch Nixen geben“, bemerkte Fedja.

„Nein“, antwortete Kostja, „hier ist es rein und offen. Nur der Fluss ist nah.“

Ein Laut in der Nacht und der verwunschene Damm

Alle verstummten. Plötzlich ertönte irgendwo in der Ferne ein langgezogener, klingender, fast stöhnender Laut. Es war einer jener rätselhaften Nachtlaute, die manchmal mitten in tiefer Stille entstehen. Sie steigen auf, stehen in der Luft und verklingen schließlich langsam. Man lauscht, und es scheint nichts da zu sein, und doch klingt es. Es war, als hätte jemand lange, lange ganz am Horizont gerufen. Und ein anderer schien ihm aus dem Wald mit dünnem, spitzem Lachen zu antworten. Ein schwaches, zischendes Pfeifen huschte über den Fluss. Die Jungen sahen einander an und zuckten zusammen …

„Gott steh uns bei!“, flüsterte Iljuscha.

„Ach, ihr Krähen!“, rief Pawel. „Warum seid ihr so aufgescheucht? Schaut mal, die Kartoffeln sind gar.“ Alle rückten an den Kessel heran und begannen die dampfenden Kartoffeln zu essen, nur Wanja rührte sich nicht. „Was ist mit dir?“, sagte Pawel.

Aber Wanja kam nicht unter seiner Matte hervor. Der Kessel war bald ganz leer.

„Habt ihr gehört, Jungs“, fing Iljuscha an, „was neulich bei uns hinter dem Dorf passiert ist?“

„Am Damm?“, fragte Fedja.

„Ja, ja, am Damm, am gebrochenen. Das ist ein unheimlicher Ort, und wie unheimlich, und so einsam. Ringsum lauter Gräben und Schluchten, und in den Schluchten wimmelt es nur so von Schlangen.“

„Na, und was ist passiert? Erzähl …“

„Also, das ist passiert. Du weißt es vielleicht nicht, Fedja, aber dort liegt bei uns ein Ertrunkener begraben. Er ist vor langer, langer Zeit ertrunken, als der Teich noch tief war. Sein Grab sieht man noch, aber kaum, es ist nur so ein kleiner Hügel … Neulich ruft der Gutsverwalter den Hundewärter Jermil und sagt: ‚Reit zur Post, Jermil.‘ Jermil reitet bei uns immer zur Post. Seine Hunde hat er alle zugrunde gerichtet. Irgendwie leben sie bei ihm nicht, haben nie gelebt, dabei ist er ein guter Hundewärter, in allem geschickt. Also ist Jermil zur Post geritten und ist in der Stadt hängen geblieben. Und als er zurückreitet, ist er schon betrunken. Es ist Nacht, eine helle Nacht, der Mond scheint … Jermil reitet also über den Damm, da führte ihn sein Weg nun mal entlang. Er reitet so, der Hundewärter Jermil, und sieht: Auf dem Grab des Ertrunkenen spaziert ein Lämmchen herum. So ein weißes, lockiges, hübsches. Da denkt Jermil: ‚Das nehm ich mit, warum soll es hier verloren gehen.‘ Und er ist abgestiegen und hat es auf den Arm genommen … Und das Lämmchen hält ganz still. Jermil geht also zum Pferd, und das Pferd weicht vor ihm zurück, glotzt, schnaubt und schüttelt den Kopf. Aber er hat es beruhigt, hat sich mit dem Lämmchen draufgesetzt und ist weitergeritten. Das Lämmchen hält er vor sich. Er schaut es an, und das Lämmchen schaut ihm direkt in die Augen. Da ist ihm unheimlich geworden, dem Hundewärter Jermil. Er konnte sich nicht erinnern, dass Schafe jemandem so in die Augen schauen. Aber gut. Er fängt an, ihm über die Wolle zu streicheln, und sagt: ‚Mäh, mäh!‘ Und der Hammel fletscht plötzlich die Zähne und sagt zu ihm auch: ‚Mäh, mäh …‘“

Die Hunde jagen in die Dunkelheit

Kaum hatte Iljuscha das letzte Wort gesagt, da sprangen beide Hunde plötzlich auf. Mit wildem Gebell stürzten sie vom Feuer weg und verschwanden in der Finsternis. Alle Jungen erschraken. Wanja sprang unter seiner Matte hervor. Pawel rannte schreiend den Hunden nach. Ihr Gebell entfernte sich schnell … Man hörte die aufgeschreckte Herde unruhig hin und her laufen. Pawel rief laut: „Grauer! Shutschka! …“ Nach ein paar Augenblicken verstummte das Gebell. Pawels Stimme kam schon von weit her … Wieder verging eine kleine Weile. Die Jungen sahen einander ratlos an, als warteten sie, was nun käme … Plötzlich ertönte das Getrappel eines galoppierenden Pferdes. Das Pferd hielt jäh direkt am Feuer an, und Pawel, der sich an der Mähne festhielt, sprang flink herunter. Auch die beiden Hunde sprangen in den Lichtkreis. Sie setzten sich sofort hin und ließen die roten Zungen heraushängen.

„Was war da? Was ist los?“, fragten die Jungen.

„Nichts“, antwortete Pawel und winkte zum Pferd hin ab. „Nur so, die Hunde haben etwas gewittert. Ich dachte, ein Wolf“, fügte er gleichgültig hinzu und atmete schnell und tief.

Unwillkürlich bewunderte ich Pawel. Er war in diesem Augenblick sehr schön. Sein unschönes Gesicht war vom schnellen Ritt belebt und strahlte kühnen Mut und feste Entschlossenheit aus. Ohne eine Rute in der Hand, mitten in der Nacht, war er ohne das geringste Zögern allein auf einen Wolf losgeritten … „Was für ein prächtiger Junge!“, dachte ich, während ich ihn ansah.

„Habt ihr sie denn schon gesehen, die Wölfe?“, fragte der ängstliche Kostja.

„Hier gibt es immer viele“, antwortete Pawel, „aber unruhig sind sie nur im Winter.“

Er ließ sich wieder am Feuer nieder. Als er sich auf die Erde setzte, legte er die Hand auf den zottigen Nacken eines der Hunde. Das erfreute Tier drehte lange den Kopf nicht weg. Es schielte nur mit dankbarem Stolz von der Seite zu Pawel hin. Wanja verkroch sich wieder unter seiner Matte.

„Was hast du uns da für Schauergeschichten erzählt, Iljuscha“, begann Fedja. Als Sohn eines reichen Bauern musste er das Gespräch anführen. Selbst sprach er aber wenig, als fürchte er, sich etwas zu vergeben. „Und die Hunde hat auch der Teufel geritten, dass sie losgebellt haben … Aber es stimmt, ich hab gehört, der Ort bei euch ist unheimlich.“

„Der Damm? … Und ob! Und wie unheimlich! Dort hat man, sagen sie, mehr als einmal den alten Gutsherrn gesehen, den verstorbenen Herrn. Er geht, sagen sie, in einem langen Rock herum, seufzt immerzu und sucht etwas auf der Erde. Einmal ist ihm der alte Trofim begegnet und hat gesagt: ‚Was suchen Sie denn da auf der Erde, gnädiger Herr Iwan?‘“

„Er hat ihn gefragt?“, unterbrach ihn Fedja verblüfft.

„Ja, gefragt.“

„Na, dann ist Trofim aber ein Held … Und was hat der gesagt?“

„Das Sprengkraut suche ich, sagt er. Das Zauberkraut, das Schlösser und Gräber öffnet. Und so dumpf sagt er das, so dumpf: Das Sprengkraut. Und wozu brauchen Sie das Sprengkraut, gnädiger Herr? Es drückt, sagt er, das Grab drückt mich, Trofim. Hinaus will ich, hinaus …“

„Sieh mal an!“, bemerkte Fedja. „Der hat wohl zu kurz gelebt.“

Der Totensamstag an der Kirche

„Merkwürdig!“, sagte Kostja. „Ich dachte, Tote kann man nur am Totensamstag sehen, wenn man der Verstorbenen gedenkt.“

„Tote kann man zu jeder Stunde sehen“, fiel Iljuscha überzeugt ein. Soweit ich merken konnte, kannte er den Aberglauben im Dorf besser als die anderen … „Aber am Totensamstag kannst du auch einen Lebenden sehen. Nämlich den, der in dem Jahr an der Reihe ist zu sterben. Man muss sich nur nachts auf die Kirchentreppe setzen und immerzu auf die Straße schauen. Dann gehen die an dir vorbei, die in dem Jahr sterben werden. Bei uns ist letztes Jahr die alte Uljana auf die Kirchentreppe gegangen.“

„Na, und hat sie jemanden gesehen?“, fragte Kostja neugierig.

„Und ob. Zuerst hat sie lange, lange gesessen und niemanden gesehen und nichts gehört … Nur als ob irgendwo ein Hündchen bellt, immerzu bellt … Plötzlich schaut sie: Da kommt ein Junge den Weg entlang, nur im Hemdchen. Sie schaut genau hin, und es ist der kleine Iwan …“

„Der im Frühling gestorben ist?“, unterbrach Fedja.

„Genau der. Er geht und hebt das Köpfchen nicht … Aber Uljana hat ihn erkannt … Und dann schaut sie: Eine Frau kommt. Sie schaut und schaut, ach, du lieber Gott! Sie selbst geht da den Weg entlang, Uljana selbst.“

„Wirklich sie selbst?“, fragte Fedja.

„Bei Gott, sie selbst.“

„Na und, sie ist doch noch nicht gestorben?“

„Das Jahr ist ja auch noch nicht um. Aber sieh sie dir an: Die Seele hält sich kaum noch in ihr.“

Alle wurden wieder still. Pawel warf eine Handvoll trockener Zweige ins Feuer. Scharf und schwarz hoben sie sich in der plötzlich auflodernden Flamme ab. Sie knisterten, rauchten und begannen sich zu krümmen und die angebrannten Enden zu heben. Der Lichtschein schlug zitternd nach allen Seiten, besonders nach oben. Plötzlich kam von irgendwoher ein weißes Täubchen geflogen. Es flog geradewegs in diesen Schein, drehte sich erschrocken auf der Stelle, ganz in heißen Glanz getaucht, und verschwand mit klingenden Flügeln.

„Es hat wohl nicht mehr nach Hause gefunden“, bemerkte Pawel. „Jetzt fliegt es, bis es irgendwo anstößt. Und wo es anstößt, da übernachtet es bis zum Morgengrauen.“

„Sag mal, Pawel“, sagte Kostja, „war das nicht eine gute Seele, die da in den Himmel geflogen ist, hm?“

Pawel warf noch eine Handvoll Zweige ins Feuer.

„Vielleicht“, sagte er schließlich.

Das Zeichen am Himmel und Trischka

„Sag mal, Pawel“, begann Fedja, „hat man bei euch im Dorf auch das Zeichen am Himmel gesehen?“

„Du meinst die Finsternis, als man die Sonne nicht mehr sehen konnte? Na klar.“

„Ihr habt euch bestimmt auch gefürchtet?“

„Nicht nur wir. Unser Gutsherr hat uns zwar vorher erklärt, dass es ein Zeichen am Himmel geben wird. Aber als es dunkel wurde, soll er selbst vor Angst ganz außer sich gewesen sein. Und die Köchin im Gesindehaus, hör dir das an, die hat, sobald es dunkel wurde, mit dem Ofenhaken alle Töpfe im Ofen zerschlagen. ‚Wer soll jetzt noch essen‘, sagt sie, ‚das Ende der Welt ist da.‘ Da ist die ganze Kohlsuppe ausgelaufen. Und bei uns im Dorf ging das Gerücht, Bruder, es würden weiße Wölfe über die Erde laufen und Menschen fressen. Ein Raubvogel würde fliegen, und man würde sogar Trischka selbst sehen.“

„Was für einen Trischka?“, fragte Kostja.

„Weißt du das nicht?“, fiel Iljuscha eifrig ein. „Na, Bruder, wo kommst du denn her, dass du Trischka nicht kennst? Bei euch im Dorf hocken wohl lauter Stubenhocker, wirklich lauter Stubenhocker! Trischka, das wird so ein wunderlicher Mensch sein, der kommen wird. Und kommen wird er, wenn das Ende der Welt da ist. Und er wird so ein wunderlicher Mensch sein, dass man ihn nicht fangen kann und ihm nichts anhaben kann. So ein wunderlicher Mensch wird das sein. Die Leute wollen ihn zum Beispiel fangen. Sie gehen mit Knüppeln auf ihn los und umzingeln ihn. Aber er verdreht ihnen die Köpfe, so verdreht er sie ihnen, dass sie sich gegenseitig verprügeln. Man sperrt ihn zum Beispiel ins Gefängnis. Und er bittet um einen Schluck Wasser aus der Schöpfkelle. Man bringt ihm die Kelle, und er taucht hinein, und weg ist er. Man legt ihm Ketten an, und er klatscht nur in die Hände, und sie fallen von ihm ab. Na, und dieser Trischka wird durch die Dörfer und die Städte ziehen. Und dieser Trischka, der listige Mensch, wird die Leute zum Bösen verführen … und man wird ihm nichts anhaben können … So ein wunderlicher, listiger Mensch wird das sein.“

„Na ja“, fuhr Pawel mit seiner ruhigen Stimme fort, „so einer. Den haben sie bei uns erwartet. Die Alten sagten, sobald das Zeichen am Himmel anfängt, kommt Trischka. Und dann hat das Zeichen angefangen. Das ganze Dorf ist hinausgelaufen, auf die Straße, aufs Feld, und wartet, was passiert. Und bei uns, wisst ihr, sieht man weit, der Ort liegt frei. Sie schauen, und plötzlich kommt vom Dorf her den Berg herunter so ein Mensch. So ein sonderbarer, mit so einem merkwürdigen Kopf … Alle schreien: ‚Oje, Trischka kommt! Oje, Trischka kommt!‘ Und alle laufen davon, wohin sie können! Unser Dorfschulze ist in den Graben gekrochen. Die Frau vom Schulzen ist im Hoftor stecken geblieben und schreit aus Leibeskräften. Ihren eigenen Hofhund hat sie so erschreckt, dass er sich von der Kette losgerissen hat und über den Zaun in den Wald gelaufen ist. Und Kuskas Vater ist in den Hafer gesprungen, hat sich hingehockt und angefangen, wie eine Wachtel zu rufen. ‚Vielleicht hat der Böse wenigstens mit einem Vogel Mitleid.‘ So sind alle in Aufruhr geraten! … Und der Mensch, das war unser Böttcher Wawila, der Fässer macht. Er hatte sich einen neuen Krug gekauft und sich den leeren Krug auf den Kopf gesetzt.“

Schreie über dem nächtlichen Fluss

Alle Jungen lachten und verstummten dann wieder für einen Augenblick. So geht es oft, wenn Menschen unter freiem Himmel miteinander reden. Ich sah mich um. Die Nacht stand feierlich und königlich da. Die feuchte Frische des späten Abends war der trockenen Wärme der Mitternacht gewichen. Die sollte noch lange wie eine weiche Decke über den schlafenden Feldern liegen. Bis zum Morgen war es noch weit, bis zum ersten Rascheln und Flüstern und zu den ersten Tautropfen. Der Mond stand nicht am Himmel, er ging um diese Zeit spät auf. Unzählige goldene Sterne flimmerten, und alle schienen leise zur Milchstraße hin zu fließen. Wenn man sie ansah, war es wirklich, als spüre man selbst, wie die Erde sich dreht …

Plötzlich ertönte über dem Fluss zweimal hintereinander ein seltsamer, schriller, schmerzlicher Schrei. Nach ein paar Augenblicken wiederholte er sich, schon weiter weg …

Kostja zuckte zusammen. „Was ist das?“

„Das ist ein Reiher, der schreit“, antwortete Pawel ruhig.

„Ein Reiher“, wiederholte Kostja … „Und was war das, Pawel, was ich gestern Abend gehört habe?“, fügte er nach kurzem Schweigen hinzu. „Du weißt es vielleicht …“

„Was hast du gehört?“

„Also, das hab ich gehört. Ich ging am Abend vom Nachbardorf nach Hause. Zuerst ging ich die ganze Zeit durch unser Haselgebüsch und dann über die kleine Wiese. Du weißt doch, dort, wo die Wiese einen Bogen macht. Dort ist doch ein tiefer Tümpel, ganz mit Schilf zugewachsen. Ich gehe also an dem Tümpel vorbei, Jungs, und plötzlich stöhnt jemand aus dem Tümpel. Und so kläglich, so kläglich: Uuh … uuh … uuh! So eine Angst hat mich gepackt, Jungs! Es war spät, und die Stimme war so jämmerlich. Ich hätte, glaube ich, selbst weinen können … Was kann das gewesen sein? Hm?“

„In dem Tümpel haben vorletzten Sommer Diebe den Förster Akim ertränkt“, bemerkte Pawel. „Vielleicht klagt da seine Seele.“

„Seht ihr, Jungs, das stimmt“, antwortete Kostja und riss seine ohnehin riesigen Augen noch weiter auf … „Ich wusste gar nicht, dass Akim in dem Tümpel ertränkt wurde. Sonst hätte ich mich noch viel mehr gefürchtet.“

„Es soll aber auch so ganz kleine Frösche geben“, fuhr Pawel fort, „die so kläglich rufen.“

„Frösche? Nein, das waren keine Frösche … was denn für Frösche …“ Der Reiher schrie wieder über dem Fluss. „Hör dir den an!“, entfuhr es Kostja. „Als ob der Waldgeist schreit.“

Der Waldgeist und Gottes Sternlein

„Der Waldgeist schreit nicht, der ist stumm“, fiel Iljuscha ein. „Er klatscht nur in die Hände und knackt …“

„Hast du ihn etwa gesehen, den Waldgeist?“, unterbrach ihn Fedja spöttisch.

„Nein, gesehen hab ich ihn nicht, und Gott bewahre, dass ich ihn sehe. Aber andere haben ihn gesehen. Neulich erst hat er bei uns einen Mann in die Irre geführt. Er hat ihn im Wald herumgeführt, immer um dieselbe Lichtung herum … Erst gegen Morgen ist er nach Hause gekommen.“

„Na, und hat er ihn gesehen?“

„Hat er. Er sagt, er steht da, so groß, groß, dunkel, eingehüllt. So als stünde er hinter einem Baum, man kann ihn nicht richtig erkennen. Als ob er sich vor dem Mond versteckt. Und er schaut und schaut mit seinen Riesenaugen, blinzelt und blinzelt …“

„Ach du liebe Zeit!“, rief Fedja, zuckte leicht zusammen und zog die Schultern hoch. „Pfui! …“

„Und wozu gibt es so ein Gesindel auf der Welt?“, bemerkte Pawel. „Das verstehe ich wirklich nicht!“

„Schimpf nicht, pass auf, er hört dich“, bemerkte Iljuscha. Wieder trat Stille ein.

„Schaut mal, schaut mal, Jungs“, ertönte plötzlich Wanjas Kinderstimme, „schaut euch Gottes Sternlein an, sie schwärmen wie die Bienchen!“

Er streckte sein frisches Gesichtchen unter der Matte hervor und stützte sich auf sein Fäustchen. Langsam hob er seine großen, stillen Augen nach oben. Die Augen aller Jungen hoben sich zum Himmel und senkten sich lange nicht wieder.

„Sag mal, Wanja“, begann Fedja freundlich, „ist deine Schwester Anjutka gesund?“

„Ja“, antwortete Wanja, der das R noch nicht richtig sprechen konnte.

„Sag ihr doch, warum kommt sie nicht zu uns? …“

„Weiß ich nicht.“

„Sag ihr, sie soll kommen.“

„Sag ich ihr.“

„Sag ihr, ich schenke ihr was.“

„Und mir schenkst du auch was?“

„Dir auch.“

Wanja seufzte.

„Ach nein, ich brauche nichts. Gib es lieber ihr. Sie ist so lieb.“

Und Wanja legte den Kopf wieder auf die Erde. Pawel stand auf und nahm den leeren Kessel in die Hand.

„Wohin gehst du?“, fragte ihn Fedja.

„Zum Fluss, Wasser holen. Ich hab Durst bekommen.“

Die Hunde standen auf und gingen ihm nach.

„Pass auf, dass du nicht in den Fluss fällst!“, rief ihm Iljuscha nach.

„Warum soll er denn hineinfallen?“, sagte Fedja. „Er passt schon auf.“

„Ja, er passt auf. Es kann alles Mögliche passieren. Er bückt sich, will Wasser schöpfen, und der Wassermann packt ihn an der Hand und zieht ihn zu sich hinunter. Hinterher heißt es dann: Der Junge ist ins Wasser gefallen … Von wegen gefallen! … Hört ihr, jetzt ist er ins Schilf gestiegen“, fügte er hinzu und lauschte.

Das Schilf raschelte tatsächlich, als Pawel es auseinanderschob.

„Stimmt es“, fragte Kostja, „dass die arme Akulina den Verstand verloren hat, seit sie im Wasser war?“

„Seitdem … Wie sie jetzt aussieht! Dabei soll sie früher eine Schönheit gewesen sein. Der Wassermann hat sie verhext. Er hat wohl nicht erwartet, dass man sie so bald herauszieht. Da hat er sie bei sich unten auf dem Grund verhext.“

Ich selbst bin dieser Akulina mehr als einmal begegnet. Sie läuft in Lumpen herum, ist furchtbar mager und hat ein Gesicht, schwarz wie Kohle. Ihr Blick ist trüb, und sie bleckt ständig die Zähne. Stundenlang tritt sie irgendwo auf dem Weg auf der Stelle. Die knochigen Hände presst sie fest an die Brust und wiegt sich langsam von einem Fuß auf den anderen, wie ein wildes Tier im Käfig. Sie versteht nichts, was man ihr sagt. Nur ab und zu lacht sie krampfhaft auf.

„Man sagt auch“, fuhr Kostja fort, „Akulina ist in den Fluss gesprungen, weil ihr Liebster sie betrogen hat.“

„Genau deswegen.“

Erinnerung an den ertrunkenen Wasja

„Und erinnerst du dich an Wasja?“, fügte Kostja traurig hinzu.

„Welcher Wasja?“, fragte Fedja.

„Na der, der ertrunken ist“, antwortete Kostja, „genau in diesem Fluss hier. Das war ein Junge! Ach, was war das für ein Junge! Und seine Mutter, Feklista, wie sie ihn lieb hatte, den Wasja! Und als hätte Feklista geahnt, dass ihm das Wasser den Tod bringt. Wenn Wasja mit uns Jungen im Sommer im Fluss baden ging, hat sie am ganzen Leib gezittert. Den anderen Frauen ist das egal, die gehen mit ihren Waschtrögen vorbei und watscheln dahin. Aber Feklista stellt den Trog auf die Erde und fängt an, ihn zu rufen: ‚Komm zurück, komm zurück, mein Lichtlein! Ach, komm zurück, mein Falke!‘ Und wie er ertrunken ist, weiß nur Gott. Er spielte am Ufer, und die Mutter war gleich dabei und rechte Heu. Plötzlich hört sie, als ob jemand Blasen ins Wasser bläst. Sie schaut, und auf dem Wasser schwimmt nur noch Wasjas Mützchen. Und seitdem ist auch Feklista nicht mehr bei Verstand. Sie kommt und legt sich an die Stelle, wo er ertrunken ist. Sie legt sich hin, Jungs, und stimmt ein Liedchen an. Wisst ihr noch, Wasja hat immer so ein Liedchen gesungen. Genau das stimmt sie an, und dabei weint sie und weint und klagt Gott bitterlich ihr Leid …“ „Da kommt Pawel“, sagte Fedja.

Pawel kam mit dem vollen Kessel in der Hand ans Feuer.

„Na, Jungs“, begann er nach einer Weile, „da stimmt was nicht.“

„Was denn?“, fragte Kostja hastig.

„Ich hab Wasjas Stimme gehört.“

Alle zuckten zusammen.

„Was sagst du da, was sagst du da?“, stammelte Kostja.

„Bei Gott. Gerade wollte ich mich zum Wasser bücken, da höre ich, wie mich jemand mit Wasjas Stimmchen ruft. Und wie unter dem Wasser hervor: ‚Pawel, he, Pawel!‘ Ich horche. Und er ruft wieder: ‚Pawel, komm her.‘ Ich bin weggegangen. Aber das Wasser hab ich geschöpft.“

„Ach, du lieber Gott! Ach, du lieber Gott!“, sagten die Jungen und bekreuzigten sich.

„Das hat dich der Wassermann gerufen, Pawel“, fügte Fedja hinzu … „Und wir haben gerade von ihm gesprochen, von Wasja.“

„Ach, das ist ein schlechtes Zeichen“, sagte Iljuscha langsam.

„Na, macht nichts, lass nur!“, sagte Pawel entschlossen und setzte sich wieder. „Seinem Schicksal entgeht man nicht.“

Die Jungen wurden still. Man sah, dass Pawels Worte sie tief beeindruckt hatten. Sie legten sich am Feuer zurecht, als wollten sie schlafen.

„Was ist das?“, fragte plötzlich Kostja und hob den Kopf. Pawel lauschte.

„Das sind Zugvögel, die fliegen und pfeifen.“

„Und wohin fliegen sie?“

„Dorthin, wo es keinen Winter gibt, sagt man.“

„Gibt es denn so ein Land?“

„Ja.“

„Ist es weit?“

„Weit, weit, hinter den warmen Meeren.“

Kostja seufzte und schloss die Augen.

Mond, Sterne und das erste Morgengrauen

Seit ich mich zu den Jungen gesellt hatte, waren schon mehr als drei Stunden vergangen. Endlich ging der Mond auf. Ich bemerkte ihn nicht gleich, so klein und schmal war er. Die mondlose Nacht schien noch genauso herrlich wie vorher … Doch viele Sterne, die eben noch hoch am Himmel gestanden hatten, neigten sich schon zum dunklen Rand der Erde. Ringsum war alles vollkommen still geworden, wie es nur gegen Morgen still wird. Alles schlief einen festen, reglosen Schlaf vor der Dämmerung. Die Luft duftete nicht mehr so stark, und es war, als breite sich wieder Feuchtigkeit in ihr aus … Kurz sind die Sommernächte! … Das Gespräch der Jungen erlosch zusammen mit den Feuern … Sogar die Hunde dösten. Auch die Pferde lagen mit gesenkten Köpfen, soweit ich es im schwachen Licht der Sterne erkennen konnte … Langsam überkam mich eine süße Müdigkeit, und ich schlummerte ein.

Ein frischer Luftzug strich mir über das Gesicht. Ich öffnete die Augen: Der Morgen brach an. Noch nirgends rötete sich der Himmel, aber im Osten wurde es schon hell. Alles ringsum war zu sehen, wenn auch nur undeutlich. Der blassgraue Himmel wurde heller, kühler und blauer. Die Sterne blinkten bald schwach, bald verschwanden sie. Die Erde wurde feucht, und die Blätter bedeckten sich mit Tau. Hier und da wurden erste lebendige Laute und Stimmen hörbar. Ein dünner, früher Morgenwind strich schon über die Erde. Mein Körper antwortete ihm mit einem leichten, fröhlichen Schauer. Rasch stand ich auf und ging zu den Jungen. Sie schliefen alle tief um das glimmende Feuer. Nur Pawel richtete sich halb auf und sah mich aufmerksam an.

Ich nickte ihm zu und machte mich auf den Heimweg am Fluss entlang. Über dem Wasser stieg Nebel auf wie Rauch. Ich war noch keine zwei Kilometer gegangen, da strömte schon ringsum junges, heißes Licht. Zuerst war es rosa, dann rot und golden. Es ergoss sich über die weite, nasse Wiese und vorn über die grün gewordenen Hügel, von Wald zu Wald. Es ergoss sich auch hinter mir über den langen, staubigen Weg, über die funkelnden Büsche und über den Fluss, der scheu unter dem dünner werdenden Nebel blau schimmerte … Alles regte sich, erwachte, sang, rauschte und sprach. Überall leuchteten große Tautropfen wie strahlende Diamanten. Von irgendwo weit her kam mir rein und klar der Klang einer Kirchenglocke entgegen. Und plötzlich jagte an mir die ausgeruhte Pferdeherde vorbei, getrieben von den Jungen, die ich nun kannte …

Leider muss ich hinzufügen, dass Pawel im selben Jahr starb. Er ist nicht ertrunken, er ist vom Pferd gestürzt. Schade, er war ein prächtiger Junge!

Über den Text

Freie deutsche Übersetzung aus dem Original, für das Zuhören bearbeitet (kürzere Sätze, einfachere Namen und Begriffe), automatisch geprüft (eine menschliche Korrektur steht noch aus – schreiben Sie uns gern, wenn Ihnen ein Fehler auffällt). So entstehen unsere Geschichten.