Viele Frauen merken um die fünfzig, dass der Schlaf nicht mehr so ist wie früher. Sie wachen nachts auf, schwitzen und sind morgens nicht erholt. Das ist häufig, aber es ist nichts, was man einfach aushalten muss.
Wie häufig das ist
In einer Umfrage der American Academy of Sleep Medicine (AASM) unter Frauen zwischen 45 und 64 Jahren gaben an:
- 37 %, dass sie nachts oft aufwachen,
- 35 %, dass nächtliches Schwitzen oder Hitzewallungen sie wecken,
- 29 %, dass sie tagsüber müder sind,
- 27 %, dass sie schlechter einschlafen.
Nur 6 % der Frauen sagten, dass sich ihr Schlaf in den Wechseljahren nicht verändert hat. Fachstudien schätzen, dass 40 bis 60 % der Frauen in den Wechseljahren Schlafprobleme haben.
Warum der Schlaf schlechter wird
Die Hauptrolle spielen die Hormone. Ihre Schwankungen bringen Hitzewallungen, Nachtschweiß und Stimmungsschwankungen mit sich, und all das stört den Schlaf.
Es kommt auch darauf an, wie eine Frau vorher geschlafen hat. Frauen, die schon vor den Wechseljahren schlecht geschlafen haben, haben häufiger Probleme.
Warum man das ernst nehmen sollte
Guter Schlaf in den Wechseljahren ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens. Studien bringen schlechten Schlaf in dieser Zeit mit einem höheren Risiko für Herzerkrankungen und Schlaganfall in den folgenden Jahren in Verbindung. Schlafmangel drückt außerdem auf Stimmung, Konzentration und Lebensfreude.
Was hilft
Die Schlafmedizinerinnen und Schlafmediziner der AASM empfehlen:
- Einen festen Rhythmus. Ins Bett gehen, wenn Sie müde sind, und jeden Tag zur gleichen Zeit aufstehen, auch am Wochenende.
- Ein kühles Schlafzimmer. Eine leichtere Decke, die man nachts zurückschlagen kann, und Nachtwäsche, die Schweiß ableitet. Ein Glas Wasser griffbereit.
- Bewegung am Tag. Sie hilft dem Schlaf, gegen Müdigkeit und für die Stimmung. Anstrengender Sport aber nicht direkt vor dem Schlafengehen. Mehr im Artikel Bewegung gegen Schlaflosigkeit.
- Regelmäßige Mahlzeiten ohne schweres Abendessen.
- Weniger Koffein und Alkohol, vor allem nachmittags und abends. Alkohol macht zwar schläfrig, weckt aber in der zweiten Nachthälfte.
- Bildschirme 30 bis 60 Minuten vor dem Schlafen ausschalten.
- Mit der Ärztin oder dem Arzt sprechen. Für Beschwerden in den Wechseljahren gibt es wirksame Behandlungen. Ihre Frauenärztin oder Ihr Hausarzt bespricht mit Ihnen, was zu Ihnen passt.
Wenn Sie nachts aufwachen
Nach einer Hitzewallung aufzuwachen ist normal. Schauen Sie nicht auf die Uhr und greifen Sie nicht zum Handy. Wenn Sie nicht wieder einschlafen, hilft es, aufzustehen, eine Weile im Halbdunkel etwas Ruhiges zu tun und zurückzugehen, wenn die Müdigkeit kommt. Mehr im Artikel Nachts um drei aufgewacht?
Um wieder in den Schlaf zu finden, können Sie leise eine ruhige Einschlafgeschichte mit Timer hören.
Quellen
- AASM, Sleep Education 2026 – Struggling to sleep during menopause?
- AASM, Sleep Prioritization Survey 2025 – Wechseljahre und Schlaf
- American Heart Association 2023 – Schlaf in den Wechseljahren und Herzgesundheit
- Watson u. a. (AASM und SRS), J Clin Sleep Med 2015 – empfohlene Schlafdauer bei Erwachsenen
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.



