Sie liegen im Bett, und die Beine geben keine Ruhe. Sie müssen sie bewegen, aufstehen, ein paar Schritte gehen. Oder ein stechender Schmerz in der Wade weckt Sie mitten in der Nacht. Beides raubt den Schlaf, aber es sind zwei verschiedene Dinge. Die Amerikanische Akademie für Schlafmedizin (AASM) erklärt, wie man sie unterscheidet, damit man sie dem Arzt gut beschreiben kann.
Restless-Legs-Syndrom
- Im Mittelpunkt steht der Drang, die Beine zu bewegen. Oft kommt ein unangenehmes Gefühl dazu, das schwer zu beschreiben ist: als würden Ameisen über die Haut krabbeln, oder ein Schmerz irgendwo tief in den Beinen.
- Es beginnt oder verstärkt sich in Ruhe, wenn Sie sitzen oder liegen.
- Bewegung lindert, aber nur, solange Sie sich bewegen. Sobald Sie sich wieder hinlegen, kommt es zurück.
- Abends und nachts ist es schlimmer.
- Es kann ein Bein oder beide betreffen, und es ist schwer zu zeigen, wo genau.
- Es erschwert das Einschlafen und das Wiedereinschlafen nach dem Aufwachen.
Das Restless-Legs-Syndrom („unruhige Beine“) betrifft laut AASM bis zu 13 % der Erwachsenen, Frauen fast doppelt so oft wie Männer. Es liegt häufig in der Familie.
Nächtlicher Wadenkrampf
- Eine plötzliche, schmerzhafte Verkrampfung eines Muskels, meist in der Wade. Der Muskel ist hart.
- Die Stelle lässt sich genau zeigen, meist in einem Bein.
- Er dauert ein paar Sekunden, höchstens einige Minuten.
- Dehnen des Muskels hilft.
- Er weckt einen oft aus dem Schlaf.
- Es ist kein Bewegungsdrang und hängt weder mit Ruhe noch mit dem Abend zusammen. Ein Krampf kann auch tagsüber kommen.
Der Unterschied in einem Satz
Unruhige Beine = Bewegungsdrang in Ruhe. Krampf = schmerzhaft verkrampfter Muskel. Man kann auch beides haben. Dann hilft es, jede Episode einzeln zu betrachten.
Was Sie vor dem Arztbesuch notieren sollten
Die AASM empfiehlt, sich diese Fragen zu beantworten und ein paar Tage lang aufzuschreiben, wann die Beschwerden kamen:
- Spüre ich einen starken Drang, die Beine zu bewegen?
- Oder verkrampft sich plötzlich ein Muskel und tut weh?
- Beginnt es, wenn ich sitze oder liege?
- Hilft Gehen oder Dehnen? Wird es nur besser, solange ich mich bewege?
- Ist es abends und nachts schlimmer?
- Ist das Gefühl diffus, oder kann ich auf eine schmerzende Stelle zeigen?
- Hindert es mich am Einschlafen, oder weckt es mich?
Was helfen kann
Bei leichten Beschwerden empfiehlt die AASM:
- jeden Tag Bewegung,
- weniger Koffein und Alkohol, nicht rauchen, denn all das verstärkt unruhige Beine,
- die Beine dehnen oder massieren, wenn die Beschwerden beginnen,
- ein warmes Bad am Abend,
- den Kopf beschäftigen, mit etwas Interessantem, damit er sich weniger auf die Beine konzentriert.
Vorsicht bei manchen Medikamenten. Unruhige Beine können sich durch Allergiemittel, einen Teil der Antidepressiva und auch durch rezeptfreie Schlafmittel mit Antihistaminika verschlechtern. Mehr dazu im Artikel Schlafmittel, Melatonin und Heilkräuter.
Wann zum Arzt?
Wenn Ihnen die Beschwerden mit den Beinen den Schlaf rauben oder Sie beunruhigen. Unruhige Beine hängen zum Beispiel mit Eisenmangel, Diabetes, Nierenerkrankungen, Schwangerschaft (nach der Geburt verschwinden sie meist innerhalb eines Monats) oder mit Medikamenten zusammen. Die Ärztin oder der Arzt kann Blutwerte bestimmen lassen. Nehmen Sie Eisen nicht auf eigene Faust, sondern nur nach einer Untersuchung. Für stärkere Beschwerden gibt es verschreibungspflichtige Medikamente.
Wenn Sie nach einer Episode wieder einschlafen möchten, kann auch eine ruhige Einschlafgeschichte helfen, leise und mit Timer. Mehr über einen ruhigen Abend lesen Sie im Artikel Abends zur Ruhe kommen.
Quellen
- AASM, Sleep Education 2026 – Restless legs or leg cramps: How can you tell the difference?
- AASM, Sleep Education – Restless legs syndrome
- AASM, Sleep Education – Sleep-related leg cramps
Dieser Artikel dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.



