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Die Schlummerbibliothek

Schlafmittel, Melatonin und Kräuter: was wirklich hilft

Jeder achte Amerikaner nimmt fast jeden Abend etwas zum Schlafen. Was die Forschung über Tabletten, Melatonin und Cannabis sagt – und was Schlafmediziner raten.

Aktualisiert am 29.10.2026

Wenn der Schlaf lange nicht klappt, greift man zu etwas, das schnelle Hilfe verspricht. Damit sind Sie nicht allein. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC nahmen im Jahr 2024 fast 13 % der erwachsenen Amerikaner an den meisten Tagen oder jeden Tag etwas zum Schlafen.

Wozu Menschen greifen

Die Zahlen der CDC aus dem Jahr 2024:

Frauen nehmen häufiger etwas zum Schlafen als Männer (etwa 15 % gegenüber 11 %). Ältere Menschen greifen eher zu Medikamenten, jüngere zu Cannabis.

Und trotzdem schläft etwa ein Drittel der erwachsenen Amerikaner weniger als sieben Stunden. Tabletten lösen das Problem offenbar nicht.

Melatonin: für die Zeitverschiebung, nicht gegen Schlaflosigkeit

Melatonin ist ein Hormon, das der Körper abends selbst bildet, wenn es dunkel wird. Es signalisiert dem Gehirn, dass Nacht ist. In Europa ist es je nach Dosis als Nahrungsergänzungsmittel oder als Arzneimittel erhältlich.

Cannabis und CBD: Nutzer loben es, die Forschung zögert

In einer Umfrage der Amerikanischen Akademie für Schlafmedizin (AASM) gab ein Drittel der Erwachsenen an, mit Cannabis besser zu schlafen. Die Studienergebnisse sind aber widersprüchlich:

Cannabis macht außerdem tagsüber müder, verschlechtert das Autofahren und kann abhängig machen. Nach dem Absetzen kann sich der Schlaf eine Zeit lang verschlechtern.

Vorsicht gilt auch bei CBN, einem Stoff aus Cannabis, der als „natürliche“ Einschlafhilfe verkauft wird. Forschende der University of Connecticut stellten 2026 fest, dass Mäuse sich schnell daran gewöhnten und nach dem Absetzen Entzugserscheinungen zeigten. Beim Menschen wurde das bisher nicht untersucht.

Warum Präparate „wirken“, auch wenn sie nicht wirken

Präparate zum Schlafen kommen schneller auf den Markt, als Studien sie prüfen können. Jennifer Martin erklärt das so: Ein Präparat hilft manchmal vor allem deshalb, weil wir glauben, dass es hilft. Wenn wir etwas geschluckt haben, bemühen wir uns weniger einzuschlafen. Und gerade die Anstrengung vertreibt den Schlaf.

Das ist kein Spott. Es bedeutet nur, dass ein ruhiges Abendritual ohne Pille dieselbe Wirkung haben kann.

Was Schlafmediziner empfehlen

Bei lang anhaltender Schlaflosigkeit ist die kognitive Verhaltenstherapie bei Insomnie (KVT-I) die erste Wahl. Das empfehlen amerikanische wie europäische Fachgesellschaften. Verschreibungspflichtige Medikamente sind eine weitere Möglichkeit, gehören aber in ärztliche Hände.

Dazu kommen einfache Gewohnheiten, die laut AASM helfen:

Wann zum Arzt

Wenn Sie länger als drei Monate an mindestens drei Nächten pro Woche nicht schlafen und das Sie tagsüber beeinträchtigt. Oder wenn Sie ohne Tablette nicht mehr einschlafen. Mehr im Artikel Wenn man nicht einschlafen kann.

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