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Die Schlummerbibliothek

Wie viel Schlaf brauchen Kinder? Und was hilft bei Albträumen

Empfohlene Schlafdauer vom Baby bis zum Teenager, wann der Mittagsschlaf wegfällt und wie Sie Albtraum und Nachtschreck voneinander unterscheiden.

Aktualisiert am 29.10.2026

Schläft mein Kind genug? Wann hört der Mittagsschlaf auf? Und was tun, wenn es sich nachts schreiend im Bett aufsetzt und auf nichts reagiert? Auf diese Fragen stößt früher oder später fast jede Familie. Hier ist ein Überblick, was Fachleute dazu sagen.

Wie viel Schlaf in welchem Alter

Die American Academy of Sleep Medicine (AASM) empfiehlt diese Schlafdauer pro 24 Stunden:

Alter Empfohlener Schlaf
4–12 Monate 12–16 Stunden (mit Tagschlaf)
1–2 Jahre 11–14 Stunden (mit Tagschlaf)
3–5 Jahre 10–13 Stunden (mit Tagschlaf)
6–12 Jahre 9–12 Stunden
13–18 Jahre 8–10 Stunden

Und Babys unter vier Monaten? Für sie gibt die AASM keine Empfehlung. Wie lange und in welchem Rhythmus sie schlafen, ist in diesem Alter sehr unterschiedlich, und das ist normal.

Die Zahlen sind Spannen, kein genaues Ziel. Wichtiger als die Stunden ist oft, ob Ihr Kind tagsüber ausgeruht ist. Warum Teenager so spät ins Bett gehen und woran Sie merken, dass sie zu wenig schlafen, lesen Sie im Artikel Schlaf bei Jugendlichen.

Wann der Mittagsschlaf wegfällt

Eine Studie, die 172 Kinder begleitet hat, zeigt ungefähr diesen Verlauf:

Jedes Kind ist anders. Wenn Ihr Kind früher oder später aufhört, mittags zu schlafen, muss das nichts Schlimmes bedeuten.

Albtraum oder Nachtschreck?

Beides sieht ähnlich aus, ist aber etwas anderes.

Ein Albtraum ist ein böser Traum. Das Kind wacht danach auf, erinnert sich daran und hat Angst.

Der Nachtschreck (Pavor nocturnus) kommt im ersten Teil der Nacht. Das Kind kann schreien und die Augen offen haben, aber es ist nicht wirklich wach – und am Morgen weiß es nichts mehr davon. Laut dem britischen Gesundheitsdienst NHS ist er zwischen 3 und 8 Jahren am häufigsten; eine große Langzeitstudie fand die meisten Fälle schon mit etwa anderthalb Jahren. Etwa ein Drittel der Kinder mit frühem Nachtschreck schlafwandelt später, und die Neigung liegt oft in der Familie.

Was tun beim Nachtschreck? Der NHS rät:

Mehr über Albträume, Nachtschreck und Schlafwandeln steht im Artikel Albträume und Nachtschreck bei Kindern.

Ängste und unheimliche Träume

Ängste, Sorgen und unheimliche Träume sind bei Kindern ganz normal. In einer Studie mit Kindern von 4 bis 12 Jahren hatten über 80 % unheimliche Träume. Am häufigsten sind sie mit etwa 7–9 Jahren, danach werden sie seltener. Die Angst vor Fantasiewesen lässt mit dem Alter nach.

Vor dem Schlafen passt deshalb eher eine freundliche als eine gruselige Geschichte. Auch darum wählen wir unsere Gute-Nacht-Geschichten ruhig und ohne heftige Wendungen aus.

Sicherer Babyschlaf

Die American Academy of Pediatrics rät:

Das Risiko des plötzlichen Kindstods senken außerdem Stillen, eine rauchfreie Umgebung, Impfungen und ein Schnuller.

Und Melatonin?

Die AASM rät, Kindern Melatonin nicht ohne Rücksprache mit dem Kinderarzt zu geben. Viele Schlafprobleme lassen sich mit einem anderen Tagesablauf und neuen Gewohnheiten lösen. Außerdem zeigte eine Analyse von 31 Nahrungsergänzungsmitteln, dass der tatsächliche Melatoningehalt oft von der Angabe auf der Packung abwich – manchmal war er viel niedriger, manchmal um ein Vielfaches höher. Melatonin gehört deshalb außer Reichweite von Kindern, genau wie andere Medikamente; in den USA haben Fälle, in denen kleine Kinder es aus Versehen gegessen haben, in den letzten Jahren stark zugenommen.

Oft hilft ein festes Abendritual mehr als jedes Präparat – mehr dazu im Artikel Kindern vorlesen und erzählen.

Wann zum Kinderarzt

  • Der Nachtschreck hält über das 12. Lebensjahr hinaus an oder hat erst nach dem 5. Lebensjahr begonnen.
  • Albträume halten über das 6. Lebensjahr hinaus an oder wurden durch ein schweres Erlebnis ausgelöst.
  • Die Schlafprobleme beeinträchtigen den Tag Ihres Kindes.
  • Sie denken über Melatonin nach – sprechen Sie zuerst mit dem Kinderarzt.

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